Liebe Freunde und Freundinnen von ATD Vierte Welt,

Die meisten unter Ihnen haben unseren Weihnachtsaufruf per Post erhalten.
Wir senden ihn hier noch als E-mail, um ihnen die Möglichkeit zu geben,
ihn auch an Freunde und Bekannte weiterzuschicken.

Wir wünschen Ihnen schöne Festtage und alles Gute und Schöne für das Jahr 2017
mit viel Hoffnung und schönen Überraschungen.

Mit herzlichen Grüssen
Pierre Zanger für das Leitungsteam

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„Er sass immer vor seiner Tür, wenn ich an ihm vorbei zur Arbeit ging, und ehrlich gesagt, es war mir eher unangenehm.

Tag für Tag grüsste mich der Mann. Es war schon fast zu einem Ritual unter uns geworden, dass er eine Bemerkung zum Wetter machte: „Ja, heute wird es schön!“ oder „ Es wird wieder regnen!“

Bald vergass ich ihn im Trubel des Alltags. Offen gesagt, ich mochte nicht stehen bleiben, denn ich fürchtete, dass er mich um etwas bitten würde.

Aber eines Tages, ich erwartete schon ein paar Worte zum Schnee, der immer noch nicht fallen wollte, sprach er mich an: „Bitte, hätten Sie nicht ein wenig Geld für mich?“

Er sah wirklich hungrig aus. Verlegen reichte ich ihm eine Note, ohne auf seinen Dank zu achten. Ich dachte nur, dass ich nun für ein paar Tage Ruhe hätte. Und dass ich ja auch einen andern Weg einschlagen könnte.

Aber ich machte es nicht, und eines Morgens sprach mich der Mann erneut an: „Könnten Sie kurz hereinkommen?“

Ich war überrascht, zögerte, aber schliesslich, warum nicht? Es war das erste Mal, dass er mich hereinbat.

Ich trat ein und sah den kaputten Stuhl und das löchrige Tischtuch.

Aber vor allem hörte ich, direkt über dem Waschbecken in einem Käfig, zwei kleine Vögel zwitschern.

Er musste die Überraschung auf meinem Gesicht gelesen haben. „Ich wollte Ihnen meine Vögel zeigen. Dank Ihnen konnte ich mir endlich ein wenig Gesellschaft leisten.“ Was ich an jenem Tag verstanden habe, das hat mich weitergeführt.

Der Mann und seine Vögel, eine schöne Begegnung, die ersten Schritte auf einem langen Weg, von dem uns Antoine berichtet.

Nach und nach kommen die beiden ins Gespräch, lernen sich kennen und verstehen.

Vorurteile, die tief in uns allen sitzen, können so abgebaut und unsere Ängste überwunden werden.

In unserem Gegenüber können wir nun einen ebenbürtigen Mitmenschen sehen, der sich wie wir nach Begegnung, Freude und Schönheit sehnt.

Opens internal link in current windowMitteilung an ATD Vierte Welt

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026 413 11 66   - PCK 17-546-2


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freudinnen und Freunde

Die Bewegung ATD Vierte Welt schafft Raum für solche Begegnungen.

Sie sind für alle kostbar, und mehr noch für jene, die ständig Verachtung und Misstrauen ausgesetzt sind.

Mit diesem Aufruf möchten wir Sie einladen uns zu helfen, immer wieder Raum zu schaffen für ein achtungsvolles Miteinander.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Vertrauen und für Ihre Weihnachtsgabe.
Mögen die Adventszeit und die kommenden Feiertage uns alle mit neuen Begegnungen bereichern.