Einander wohlwollend begegnen

Dina Brenner stellt sich vor und sagt,  was ihr am Herzen liegt

Hallo! Ich heisse Dina, bin 33 Jahre alt und nun seit April 2016 hauptverantwortlich für die Strassenbibliothek in Basel.  Ich komme ursprünglich aus Augsburg, einer Stadt in Bayern. Dort habe ich in einer multikulturellen Siedlung die Arbeit mit immigrierten Familien kennengelernt. Ich habe dort Freizeit- und Betreuungsangebote gegeben und bei der Hausaufgabenbetreuung geholfen.  Als ich 2013 nach Lörrach zog, fehlte mir diese Art der Arbeit. Aber erst Ende 2015 entschied ich mich, aktiv nach einem ähnlichen Projekt zu suchen.

Über Benevol lernte ich dann Christine Lindt in Basel kennen.Sie war gerade ..

Sie war gerade auf der Suche nach einer Person, die die Strassenbibliothek fortführen wollte.  Der Verein ATD Vierte Welt gefiel mir besonders, weil er keinen religiösen Hintergrund hat. Und weil es um die Würde des Menschen geht. Aber was genau bedeutet die Würde? Wie fühlt sie sich an? Ich möchte mit Kindern arbeiten. Aber eben nicht in einer Einrichtung, wo man erzieherisch auf sie einwirkt, sondern wo man vor allem das freie Miteinander-Sein pflegt. Wenn ich zu den Kindern gehe, dann immer mit der Haltung: Du bist voll und ganz und so, wie du bist, herzlich willkommen und geliebt.

Manchmal kommt es vor, dass sich ein Kind auf eine Art verhält, dass es andere Kinder stört. Ich gehe dann mit dem Kind auf Augenhöhe und schaue, was es braucht. Meistens möchte es gesehen, gehört oder akzeptiert werden. Damit zeige ich auch den andern, dass es das Kind nicht böse meint, sondern sein Bedürfnis auf diese «störende» Weise mitteilt.

In so einer Siedlung kommen viele verschiedene Wertvorstellungen zusammen, viele Glaubensrichtungen und Erwartungshaltungen. Da kommt es schnell zu Missverständnissen und Auseinandersetzungen. Mein Anliegen ist es, eine freundschaftliche Basis zu schaffen, die es ermöglicht, sich  wohlwollend zu begegnen, miteinander zu sprechen und zu wachsen. Das Projekt mit den Büchern ist ein ideales Mittel dafür.                  Dina Brenner


Strassenbibliotheken

Die Strassenbibliotheken finden in benachteiligten Quartieren im Freien statt. Kinder entdecken hier die Freude am Lesen, am Erzählen und Erfinden von Geschichten, am schöpferischen Gestalten und am Austausch mit anderen, auch über das Internet. Sie erleben Gemeinschaft und Wertschätzung ohne Diskriminierung.

ATD Vierte Welt knüpft auf diese Weise Kontakt mit bildungsfernen Kindern und Familien und öffnet ihnen über das Buch vielfältige Türen zu Bildung und Kultur.

Im Sommer - in Basel "Jeder Tag ein Abenteuer." weiter : Artikel von Karine Müller von Kirchenboten Juni 2013

Erlebnisbericht Sommerferien 2013 in Basel(PDF)