Gemeinsam für die Rechte aller

"Wo immer Menschen dazu verurteilt sind, im Elend zu leben, werden die Menschenrechte verletzt. Sich mit vereinten Kräften für ihre Achtung einzusetzen, ist heilige Pflicht."
                    Joseph Wresinski, 17. Oktober 1987

1992 hat die UNO den 17. Oktober zum Welttag zur Überwindung der Armut erklärt. Wir alle können an diesem Tag den Opfern des Elends Ehre erweisen und gemeinsam für die Achtung der Menschenwürde eintreten. 

17. Oktober 2009 in der Schweiz : Der 17. Oktober, der Welttag zur Überwindung von Armut, wird begangen zu Ehren der Ausgegrenzten. Ihr Mut, ihr Widerstand, ihr Beitrag zum Wohl aller stehen an diesem Tag an erster Stelle. Jeder und jede kann kann diesen Tag kreativ gestalten. Auch Sie sind eingeladen, an den verschiedenen Anlässen in der Schweiz teilzunehmen und sie zu unterstützen:

Mehr über den 17. Oktober:

Veranstaltungen in der Schweiz

Basel: "Wir schliessen uns zusammen für eine Welt ohne Armut und Ausgrenzung"
* Eine Delegation von ATD Vierte Welt mit Armutsbetroffenen, wird von Dr. Guy Morin, dem Regierungspräsidenten von Basel-Stadt, empfangen.
* 14-16 Uhr, Marktplatz Festveranstaltung mit der Teilnahme verschiedener Vereine. Armutsbetroffene und Dr. Guy Morin werden das Wort ergreifen,.
Kontakt: ATD Vierte Welt Basel, Tel. 061 / 692 92 05 - Plakat

Biel: "Gemeinsam statt einsam"
* 11-16 Uhr :  Innenstadt, Dufourstrasse bei Sportgeschäft Vaucher; frohes Treffen mit viel Musik, Zauberei, Mittagessen...  12Uhr: Grusswort durch Stadtpräsident Hans Stöckli und Gedenkmoment; 15.30 Uhr Ballone steigen lassen
Kontakt: Pfarrei Bruder Klaus, Tel.  032 / 366 65 92  Flyer

Freiburg: "Miteinander sprechen und gestalten"
* 14. Oktober, 9-16 Uhr, rue de Romont
* 17. Oktober, 8-12 Uhr, Rathausplatz: 
Infostände und Kreativateliers
Kontakt: ATD Vierte Welt Treyvaux, Tel 026 / 413 11 66

Genf:
* 19.Oktober 15Uhr an der UNO. Gedenkmoment zum Thema Kinderrechte.
Anmeldung obligatorisch.
Kontakt:  022 / 344 41 15 

Lausanne: "Die Kinder ergreifen das Wort"
8.30 Uhr - 13.30 Uhr, Place St-François. Info-Stand zum 20. Jahrestag der Kinderrechtskonvention und Fresko, "um den Blick zu wechseln". 11.30 Dialog zwischen Kindern und Erwachsenen mit Prominenten.
Kontakt: Association des familles du quart monde de l'Ouest lausannois, Tel.  021 / 635 22 98 


Luzern: "Ein Fest gegen Armut und Ausgrenzung"
* 19. Oktober, 17-19 Uhr - Kapellplatz
Passanten und Passantinnen sind eingeladen, Botschaften von Kindern zu lesen und ihre Solidarität zu bekunden. Imbiss, vorbereitet von Gassechuchi. Ansprachen: Hans-Peter Furrer, Präsident der Bewegung ATD Vierte Welt, und Ruedi Meier, Vorsteher der Sozialdirektion der Stadt Luzern
Kontakt: Li Hangartner,  041 / 360 29 26 

Reinach (BL): "Welche Bedeutung und Konsequenzen hat das Thema ‚Armut und Wirtschaft' für die Kirchen?"
* 16. Oktober 2009, 20.00 Uhr Vortag von Pfr. Martin Stingelin im Reformiertes Kirchgemeindehaus "Mischeli"
Kontakt: Ev.-ref. Kirche Reinach, Tel. 061 / 711 77 63

St. Gallen: "arm-riich-chancegliich"
*11-15.00 Uhr - Marktgasse am Bohl - Info-Stände von ca. 20 Vereinen, offenes Mikrofon, das grösste Rührei der Welt  wird gebraten, verteilt und "gefeiert". Mit Weltrekordversuch
Kontakt: "b'treff" - Stutzufwärts / ERK Arbeitsstelle Diakonie Tel. 071 / 227 05 60  Flyer

Zürich: "Reich an Mut aus der Armut"
* Teilnahme am Anlass in St. Gallen mit einem Stand und Zeugnissen von Armutsbetroffenen
Kontakt: ATD Vierte Welt Zürich, Tel. 044 / 941 48 92

Amnesty International:
12.-17. Oktober. Rundreise einer Karawane im Rahmen der Kampagne "Für ein Leben in Würde".
Siehe: http://www.amnesty.ch

Entstehung und Zweck des Tages

Am 17. Oktober 1987 trafen sich auf Einladung von Père Joseph Wresinski 100'000 auf dem Trocaderoplatz in Paris. Sie ehrten die Opfer von Hunger, Unwissenheit und Gewalt, bekräftigten ihr Nein zum Elend und riefen die Menschheit auf, sich mit Nachdruck für die Achtung der Menschenrechte einzusetzen. Eine Steinplatte mit dieser Botschaft wurde in den Vorplatz des Gebäudes eingelassen, in dem 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet worden war. Man kann darauf den Satz von Père Joseph lesen:

Wo immer Menschen dazu verurteilt sind, im Elend zu leben,
werden die Menschenrechte verletzt.

Sich mit vereinten Kräften für ihre Achtung einzusetzen,
ist heilige Pflicht.

Die Menschen, die sich damals versammelten, kamen aus aller Welt, aus allen Bevölkerungsschichten und allen religiösen und weltanschaulichen Richtungen. Manche vertraten internationale, nationale oder lokale Behörden. Andere lebten mit ihrer Familie in grosser Armut und mussten ihr Tag für Tag Widerstand leisten.

Seither nehmen auf allen Kontinenten sehr arme Menschen und andere, die Elend und Ausgrenzung ablehnen, den 17. Oktober zum Anlass, ihren Einsatz für die Menschenwürde öffentlich bekanntzumachen und zu erneuern. Er ist zu einem Tag des Widerstands gegen Not und Ausgrenzung geworden.

Am 17. Oktober 1992 lancierte der ehemalige UNO-Generalsekretär Javier Perez de Cuellar im Namen des "Komitees für den Welttag des Widerstands gegen das Elend" einen Aufruf zur Anerkennung dieses Tages. Am 22. Dezember 1992 wurde der 17. Oktober von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum "Internationalen Tag zur Überwindung der Armut" erklärt. Seither mehren sich die Initiativen, um diesen Tag zu feiern. An vielen Orten gibt es auch Versammlungen am 17. jedes Monats.

Gedenktafel zu Ehren der Opfer der Armut

Diese Marmorplatte wurde am 17. Oktober 1987 auf dem Menschenrechtsplatz beim Trocadero in Paris eingeweiht.

Übersetzung des eingravierten Textes:

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17. Oktober 1987

Verteidiger der Menschenrechte aus aller Welt haben sich auf diesem Platz versammelt. Sie haben den Opfern von Hunger, Unwissenheit und Gewalt Ehre erwiesen. Sie haben ihrer Überzeugung Ausdruck gegeben, dass Elend nicht unabwendbar ist. Sie haben ihre Solidarität bekundet mit allen, die irgendwo auf der Welt für seine Beseitigung kämpfen.

Wo immer Menschen dazu verurteilt sind, im Elend zu leben,
werden die Menschenrechte verletzt.
Sich mit vereinten Kräften für ihre Achtung einzusetzen, ist heilige Pflicht.

                                                               Père Joseph Wresinski

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Weltweit finden sich Nachbildungen dieser Gedenktafel.
Für weitere Informationen: répliques (auf Französisch)

Grundlagentexte

Die nachfolgenden Dokumente bilden eine gemeinsame Grundlage zur Feier des Welttages zur Überwindung der Armut und helfen, dass dessen Sinn und Zweck erhalten bleiben.

  • Plattform 17. Oktober Grundsätze und Vorschläge, wie der Welttag zur Überwindung der grossen Armut gefeiert werden kann.
  • Inschrift der Gedenktafel, die am 17. Oktober 1987 in Paris eingeweiht wurde.
  • Fürbitte von Père Joseph für den 17. Oktober 1987
  • Neue Resolution der Vereinten Nationen vom 19. Dezember 2005 (auf Englisch) (pdf) zur Überwindung der Armut. Sie präzisiert im Punkt 55...
    "Die Generalversammlung wünscht, dass der Welttag zur Überwindung der Armut gefeiert wird, welche sie in ihrer Resolution 47/196 vom 22. Dezember 1992 eingesetzt hat, damit das Bewusstsein der Öffentlichkeit sensibilisiert wird für die Förderung der Abschaffung der Armut und des Elends in allen Ländern, und sie wünscht ebenfalls, dass dieser Tag auch weiterhin eine wertvolle Rolle spiele in der Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Mobilmachung aller Beteiligten im Kampf gegen die Armut, und sie bittet den Generalsekretär, eine Studie der Feier dieses Tages zu veranlassen, damit aus den Erfahrungen gelernt werden kann und die Mobilmachung der Beteiligten weiter gefördert werden kann."